Infos für Umsteiger vom Bundestrainer Thomas Rein

 

 

Im Folgenden sind Informationen und Tipps aufgelistet, die interessierten Seglern helfen sollen, den Einstieg in die 49er Klasse zu finden. Beginnend mit Tipps für den interessierten Umsteiger bis zu ersten spezifischen Antworten, die dem Einsteiger eine Menge Geld -und Zeitinvestitionen ersparen sollen.

 

      Schnuppertraining der Klassenvereinigung:


      Die KV bietet umsteigeinteressierten Seglern die Möglichkeit ein Schnuppertraining mit erfahrenen Seglern zu erleben, um herauszufinden, ob der 49er das richtige Boot ist: Ansprechpartner: Sportwart Nord (Julian Ramm, mail: Julian-Ramm@gmx.de), Sportwart Süd (Ludwig Braun, mail: luggi-braun@web.de)

 

Beim Umstieg:

      Bootskauf: Wir empfehlen ein gebrauchtes Boot!!! Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ein altes Boot, auf dem über ca. ein Jahr das Manövertraining durchgeführt wird, um danach in ein neueres Boot zu investieren, oder als zweite Option ein besseres gebrauchtes Boot, dass auch nach der sehr materialintensiven Anfangsphase noch für 1-3 Regattajahre  genügt. In beiden Fällen empfiehlt sich lieber etwas mehr zu investieren, um vom Vorbesitzer möglichst viel gebrauchtes Material zu bekommen. Es ist sinnvoll sich das Boot vom Vorbesitzer aufbauen zu lassen und eine kleine Einführung geben zu lassen (keine Angst, die meisten 49er Segler werden sich an ihren ersten Kauf erinnern und gerne helfen).

 

      Vor dem ersten Segeln: Erkundigt Euch wer Euch bei den ersten Schritten auf dem Wasser helfen kann (Vereinstrainer, Landestrainer anrufen oder 49er Segler aus Eurem regionalen Umfeld ansprechen; auch die Sportwarte Nord/Süd können Euch vielleicht eine Person nennen-Kontakt siehe oben). Normalerweise sollten die Landesseglerverbände Euch ein Umsteigertraining anbieten. Tun sie dies nicht hilft Euch vielleicht auch die Klassenvereinigung/Sportwarte. Checkt Euer Material vor dem ersten Segeln genau, besonders, um eventuelle Mängel noch mit dem Vorbesitzer zu klären. Zu achten ist auf:

 

      -Reparaturen an Schwert/Ruder, Rumpf/Mast  (Rumpf eventuell aufblasen und auf Dichtigkeit prüfen,am Ruderblatt die vordere Kante auf Mängel checken)

 

-Risse/Reparaturen an den Segeln (am Großsegel z.B. das Vorliekstau und dessen Übergang an den Lattentaschen, bei Gennakern dessen Struktur/Beschichtung, bei der Fock checken ob originale Latten drin sind und auch am Vorliek die Gebrauchsspuren beachten

 

-Wanten/Vorstag und laufendes Gut checken, Wanten und Vorstag sind besonders an den Terminals anfällig und sollten ständig überprüft werden (!!!ein gebrochenes Vorstag oder Wante kann im Zweifel teuer enden); laufendes Gut am besten vor dem ersten Segeln einmal nachbauen.

 

-alle Beschläge und Bolzen überprüfen, auch hier äußern sich gebrochene Bolzen an Wanten oder Vorstag am teuersten

 

-bei Booten mit alten wings die Wingschienenhalter checken (wings rausziehen, Schrauben raus und Risse in den Beschlägen checken, Beschläge müssen möglichst fest sitzen und dürfen kein „Spiel“ haben; bei Kenterungen nicht zu zweit am wing festhalten)

 

       „Das erste Mal“: Gerade die ersten Schritte können eine Menge Zeit sparen, wenn man einen Coach oder ehemaligen 49er Segler engagiert, der einem die ersten Handgriffe erklärt. Auch in puncto Sicherheit sollten einige Punkte beachtet werden und ein Coach zur Absicherung ist wichtig. Tastet Euch langsam an schwierigere Bedingungen (Wind ab 12 knoten/Welle) heran und legt immer oberste Priorität auf die Sicherheit (siehe unten).

 

Ist absolut kein Coach verfügbar, hilft eventuell die DVD „Higher and Faster“ auch wenn einige Manöverabläufe sich in der Zwischenzeit etwas weiterentwickelt haben. Als Trimmhinweis lässt sich anfangs ein Allround-Trimm empfehlen (Spannungsmesser Loose & Co Professionell, Vorstag: 28, Hauptwante: 30-32, Oberwante: 15-17, Unterwante: 20-23)

 

 

       Dranbleiben: Kennt Ihr die Bewegungen könnt Ihr Eure Hausaufgaben auch alleine machen!  (Sicherheit beachten, siehe unten).

 

       Regatta oder Spaß: 49er segeln macht immer Spaß, egal ob auf Regatten oder auch alleine. Will man Regatten segeln, ist es sinnvoll zuerst kleinere Regatten zu segeln oder vielleicht mal zum Training nach Kiel zu fahren (Ansprechpartner: Bundestrainer  Thomas Rein, mail: lt-thomasrein@gmx.de). Alle Segler sind extrem offen und hilfsbereit und geben dann die weiteren „Insider Tipps“

 

6.       Sicherheit:


      bei Kenterungen immer zuerst checken, ob Ihr irgendwo festhängt und ein Kommando in der Crew verabreden für einen solchen Fall. Immer sofort befreien! Eine Falle lauert in allen Schoten und in den Trapezen. Die Kleidung sollte deshalb keine Ecken und Kanten aufweisen. Außerdem gefährlich können die Wanten in Lee sein, da diese beim Segeln meist entspannt sind, sich aber bei einer Kenterung in dem Moment voll spannen, wo der Mast auf die Wasseroberfläche aufschlägt. Größere Verletzungen kann man sich zuziehen, wenn man vom kenternden Boot herunterfällt oder geschleudert wird. In Fock oder Großsegel zu springen ist im Zweifel zwar teuer aber immerhin besser als eine Verletzung nach der Landung auf Baum, Mast, Vorstag, Mast oder Rumpf. Wenn möglich immer mit den Füßen voraus, um Kopfverletzungen zu vermeiden. Bei langsamen Kenterungen rechtzeitig aushaken, um das absteigen zu kontrollieren. Grip Tape oder Standlack rechtzeitig erneuern. Dies kann gerade am Anfang viele Stürze und Stolperer vermeiden. In Situationen, in denen ein Crewmitglied unter dem Boot festhängt ist folgender Ablauf festzuhalten/durchzuführen:


Motorboot fährt von achtern und lee des gekenterten Schiffes heran und wirft eine Aufrichtleine zum anderen Crewmitglied das bereits darauf wartet. Diese Aufrichtleine (ist die Vorleine des Motorbootes plus Verlängerung= insgesamt ca. 10m)  hat am Ende einen Karabiner (dieser ist am Steuerstand des Motorbootes eingeklinkt) der nach dem Hinüberwerfen vom Crewmitglied vorne am Schwert vorbei gelegt wird und dann in Luv des gekenterten Bootes in die Hauptwante oder in Haupt- und Oberwante  eingehakt wird. Das Motorboot fährt dann rückwärts nach Lee weg und richtet mit Hilfe des anderen Crewmitgliedes (befindet sich auf dem Schwert) das Boot halb auf. Jetzt wird der Karabiner ausgehakt. Der Festhängende sollte im Normalfall jetzt wieder Luft haben und sich in Ruhe befreien können. Der Coach fährt jetzt (nachdem er die Vorleine eingeholt hat) von Luv an den 49er und kontrolliert ob alles Ok ist und hilft im Zweifel beim befreien.


Sollte der Festhängende noch weiter unten hängen, muss das freie Crewmitglied aufrichten (eventuell mit Hilfe des Coaches) und der Coach muss dann sofort das aufgerichtete Boot stabilisieren oder in die Richtung kentern, in die es gerade aufgerichtet wurde. Spätestens jetzt sollte das festhängende Crewmitglied oberhalb der Wasserlinie sein und befreit werden können.


 

Grundsätzlich sollte ein Messer am Mann sein und ein kleiner Bolzenschneider an Bord. Wenn Ihr doch mal alleine segeln solltet, sichert Euch trotzdem ab (Handy dabei oder einen Beobachter an Land oder zumindest eine Person bei der Ihr Euch an -und abmeldet.

Nächste Termine

22.04.-23.04.2017 Alpenland Trophy (Chiemsee)
29.04.-01.05.2017 Skiffmana (Ammersee)
20.05.-21.05.2017 Ammersee Cup (Ammersee)