Das Training geht weiter

 

2.12. Fremantle

Nachdem in den letzten Trainingstagen der "Fremantle Doc" doch noch einmal zurück kam, bekamen wir doch noch ein paar gute Segelstunden mit viel Wind. Heute war für die 2. geplante Session dann sogar zu viel Druck. So hieß es dann die Sachen zusammenpacken und alles für den Containertransport nach Melbourne vorbereiten. Geplant war die Boote am 3.12. in den Container zu laden. Nachdem wir in Hamburg fast 5 Stunden damit verbracht hatte alles seefest zu machen, wurde 6:00 Uhr morgens als Treffpunkt ausgemacht um der größten Hitze zu entgehen und bis 10:00 Uhr fertig zu sein. Erstaunlicher Weise hatten wir bereits heute nach gut 3,5h alles bis auf das Trainerboot verladen. Übung macht eben den Meister. Oder lag es daran das der Trainer nicht dabei war? Wir werden es nie erfahren...


3.12. Fremantle

Die 49er waren im Container, nur das Schlauchboot fehlte noch. Konnte ja also nicht mehr lange dauern. Denkste. Das orange Gummiboot zu verladen hat in Summe fast 2 Stunden gedauert. Am Ende waren zur Containertür 5 Zentimeter Platz. Reicht. Den Rest des Tages verbrachten wir alle unterschiedlich. Die einen gingen Laufen oder schwangen sich aufs Rad, andere besichtigten ein stillgelegtes Marine-Uboot, Laboe lässt grüßen.


4.12.

Von heute bis zum 8. Dezember hatten wir frei. Zeit um sich von einem fast vierwöchigem Trainingsblock körperlich und mental zu erholen. Jederhatte andere Pläne. Tobi machte sich bereits auf den Weg nach Melbourne um die Gegend für uns schon mal auszukundschaften. Erik, Poldo und Lenzi fuhren gen Norden auf eine Farm. Julian unternahm mit Freunden eine kleine Campingtour mit dem Geländewagen in Richtung Süden. Olli, Tomi und ich blieben noch eine Nacht in Fremantle. Wir hatten uns Karten für Jack Johnson besorgt. Jack Johnson, Freund des Meeres und der Wellen, also auch unser Freund, trat um 20:00 mit seiner Kapelle im NIB-Stadium in Perth auf. Nach den letzten Tagen zwischen Stone Cottage und Hafen eine wilkommene Abwechslung. Mit von der Partie war natürlich auch der Coach. Als Support Act waren Teagan & Sarah auf der Bühne. Mit ihren eindrucksvollen Stimmen waren sie definitiv ein Highlight des Abends. Kurz nach acht kam dann Meister Jack mit seiner Combo auf die Bühne. Sofort geriet das Publikum in Extas,em der weibliche Teil. Gewohnt lässig mit viel Routine spielte er seine Songs. Kleine Höhepunkte seiner Show waren die Spezialeinlagen seiner Bandmitglieder, die munter die Instrumente wechselten oder auch mal zum Rap übergingen während sie dabei immer locker, in bestem Surferstyle, das Tanzbein schwangen. Ein alles in allem sehr schöner Konzertabend.


5.12.

Als kleiner Triathlonfan wusste ich natürlich, dass heute an diesem Sonntag, der Ironman Western Australia statt finden sollte. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.Der Ironman auf Hawaii ist natürlich der bekannteste Triathlon, aber alle etwa 15 Ironmanrennen die es weltweit gibt sind eine einzigartige Herausforderung. 200 km südlich von Perth war für 5:30 Uhr der Start angesetzt.  Gestern noch bei Jack Johnson, brachen Tomi, Oli und ich gegen 2 Uhr Nachts nach Süden Richtung Busselton auf. Mit dem Mietwagen fuhren wir in den heranbrechenden Tag. Rechtzeitig zum Start angekommen, konnten wir uns noch gute Plätze ergattern um den Schwimmstart zu sehen. Man glaubt nicht wie viele Leute morgens um halb sechs schon unterwegs sind, um sich anzuschauen wie sich 1400 Ironmänner und Frauen auf den Weg machen, um sich mindestens 8 Stunden über eine Strecke von 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen, mehr oder weniger quälen. Sehr beeindruckend so ein Schwimmstart. 2800 Arme kämpfen um die besten Positionen, es gleicht einem Haifischbecken. Nachdem die schnellsten Schwimmer sich auf ihre Karbonmaschinen geschwungen haben, machten wir uns auf den Weg ins Landesinnere. Wir wollten in das Outback. Mal weg vom Wasser. Landesinnere ist vielleicht etwas übertrieben. Nachdem wir etwa 200 km Richtung Osten gefahren sind, waren wir zwar am Rand vom Outback aber vom Landesinneren kann nicht die Rede sein. Die Dimensionen in Australien sind doch andere. Die Strecke Berlin Rostock, immerhin ein Fünftel von Deutschland macht in Australien gerade mal ein Zwanzigstel der West-Ost Ausdehnung aus. Also wirklich weggekommen vom Meer sind wir nicht. Landschaftlich hat sich aber einiges getan. Die von Bildern bekannte unendliche Weite erstreckte sich vor uns. Ein unglaublicher Anblick. Am Nachmittag suchten wir uns ein Cottage. Auf einer Farm fanden wir eine kleine Hütte für die Nacht. Nachdem wir uns eingerichtet hatten machten wir uns auf Entdeckertour. In bester Bear Grylls Manier machten wir uns nur mit Holzstock und Wasserflasche bewaffnet auf den Weg die Umgebung zu erkunden. Nach etlichen Man vs. Wild Staffeln fühlten wir uns für die Wildniss gewapnet. Sofort liefen uns auch die ersten Känguruhs über den Weg. Schon beeindruckend diese Tiere so aus der Nähe beobachten zu können.


6.12.

Frühsport durch den Dschungel. Nah ja, ganz so war es nicht. Aber morgens joggend durchs Outback war schon ein Erlebnis. Anschließend wurde das Auto gesattelt und es ging weiter Richtung Norden. Ziel war es eine neue Hütte bis zum Abend zu finden. Wir hatten Zeit und somit war auch die Autofahrt ein Erlebnis. Anders als das alljährliche Kiel-Mallorca. Zum Nachmittag hatten wir dann auch unsere Hütte. Auf einer Schaffarm wurden wir sehr herzlich von der Farmerfamilie empfangen. Sofort wurden wir zum Mähdrescher fahren und Känguruh schießen eingeladen. Den Känguruhs haben wir nichts getan. Die Gelegenheit mit dem Mähdrescher ließ sich Olli aber nicht entgehen. Immer noch keine Schlange in live gesehen fragten wir die Farmersfrau wie es denn mit den Schlangen hier in der Gegend sei. Folgender Dialog spielte sich dann ab:
Hannes: Gibt es hier viele Schlangen?
Farmers Frau: Ja.
Hannes: Sind die giftig?
Farmers Frau: Ja.
Hannes: Muss ich da irgendwas beachten?
Farmers Frau: Nein.
Na ja, gefunden haben wir dann trotz intensiver Suche keine, war wohl zu kalt.


7.12.

Rückfahrt Richtung Perth. Auto abgeben. Hostel suchen. Bar suchen. Alle Bars geschlossen. Ab ins Bett...


8.12.

Mit dem Bus ging es zum Inlandsflugplatz von Perth. Rasch eingescheckt, saßen wir dann auch schon im Flieger Richtung Melbourne. Am 12. startet dort die Sail Melbourne Regatta. Der Abschluss unserer Australientour. Begrüßt wurden wir mit herlischem Regen und kühlen 18 Grad. Super. Den Schlüssel für den Container gab es auch nicht mehr. So hatten wir den Rest des Abends frei und konnten es uns in unserer neuen Unterkunft gemütlich machen.


9.12.

Yeah, wir hatten den Containerschlüssel. Die Sonne schien auch wieder. Ab ans ausladen. Nach ca. drei Stunden waren die Boote aufgeriggt und wir konnten mit dem Training beginnen. Segel hoch und los gings. Zumindest für die anderen. Beim Hochziehen unseres Großsegels machte unsere Mastnut schlapp. Segel wieder runter und nochmal probiert. Nach fünf Anläufen entschieden wir uns dann für die Reparaturvariante. Hat auch nicht geklappt. Also anderen Mast rauf. Gegen 18:00 Uhr konnte es dann doch noch losgehen. Nach ein paar Schlägen zum Eingewöhnen waren wir zufrieden und machten uns auf den Weg zurück in den Hafen. Um jede Minute auf dem Wasser zu nutzen segeln wir natürlich Vollgas in den Hafen bis an die Rampe. So auch dieses Mal. Den letzen Schlag bis an den Steg und plötzlich, RUMPS. Vollbremsung. Hannes und Tobi sammeln Flugmeilen. Im hohen Bogen hoben wir ab und landeten auf dem Süllrand. Ich leider mit dem Schienbein. Da war er, der Stein. Mitten im Hafenbecken hatten wir damit nicht gerechnet. Stein im Hafen. Klingt komisch, ist aber so. Na ja, das Schwert bedurfte danach einer größeren kosmetischen Behandlung. Ansonsten haben wir uns aber ganz gut eingelebt in der Großstadt Melbourne.

 

Der Winterblogg Teil 3. Unterstützt von SEIKO Deutschland.

 

17. November 2010. Heute wurden die ersten Wettfahrten gesegelt. Zwar war bereits um 9 Uhr morgens Startbereitschaft, es konnte aber wegen schwachen Windes nur gewartet werden. Gegen Mittag kam schließlich die Thermik, strahlender Sonnenschein und beste Segelbedingungen. Relativ zügig wurden dann die geplanten 3 Rennen für die beiden 49er-Flotten durchgeführt,  die deutschen Teams waren breit an jeder Stelle der Ergebnisliste zu finden. Es war für die meisten ein positiver Tag, denn schließlich stand trotz des Wettkampfes auch das Training im Vordergrund und nicht immer nur die Zielreihenfolge. 

 


18. November 2010. Auch am 2. Tag war der Start um 9 Uhr morgens angesetzt, doch dieses Mal gab es ordentlich Wind aus dem Landesinneren und es hieß um kurz nach 8 auslaufen. Ablandige Bedingungen sind immer schwierig... Windlöcher und -dreher machten einem das Leben schwer, die deutschen Teams hatten trotz vieler guter Momente keinen wirklich guten Tag. Der Segeltag war zuende, Mittags hatte es schon etwa 35 Grad im Schatten. Die einen erholten sich zuhause vor der heimischen Playstation, die anderen gingen eine Runde golfen, beides gute Möglichkeiten zum Abschalten vom anstrengenden Segeln.

 

 

19. November 2010. Tag 3 begann mehr als ungewöhnlich. Auf der Autofahrt zum Segelclub um kurz vor 11 zeigte das Quecksilber satte 38 Grad Celsius! Im Bootspark war es sogar noch wärmer und absolut unerträglich im Freien. Gott sei Dank ist der Fremantle Sailing Club ein mehr als gut ausgestatteter Verein mit einer großen Klimaanlage und kühlem Wasser. Gesegelt wurde erst am Nachmittag, anscheinend war es wohl auch dem Doctor zu heiß heute, denn nach über 2 Stunden Warten auf dem spiegelglatten Ozean wurden die Races abgebrochen. Mittlerweile war es draußen erträglicher (wir erfuhren später dass es wohl der wärmste Novembertag seit 4 Jahren war), die Freizeit wurde von manchen für ein Fussballspiel am örtlichen Cricket-Platz genutzt.



 20. November 2010. 4. Wettkampftag: wegen des kollektiv schlechten 2. Tages und der fehlenden Verbesserungschance am Folgetag schaffte es leider nur 1 Team in die erste Hälfte der Ergebnisliste, also die Goldlfleet. Auch heute schien der Wurm zumindest beim Wind drin zu sein; statt der üblich starken Thermik war es bewölkt und blies schwach aus allen Richtungen. Trotz vieler Stunden am Wasser konnten nur 2 Rennen in der Gold- und nur eins in der Silberflotte gesegelt werden. Mentale statt körperlicher Anstrengung... Die einen lenken sich mit Sport ab, die anderen versuchen die Stadt besser zu erkunden. So besuchten wir am Abend ein Dragster-Rennen, dass wohl Europäern sonst nur vom Fernsehen bekannt ist. Eine beeindruckende Erfahrung, vorallem wenn man das erste Mal die Top-Fuel-Dragster aus 20m Entfernung sieht: 0-100 in 0,6s,  0-200 in 1,1s, Viertelmeile in 4,5s, Endgeschwindigkeit 530km/h, Lautstärke 150dB (Ohropax sei Dank, keiner taub!)

 

 

21. November 2010. Der 5. und letzte Wettkampftag begann regnerisch, auch der Wind wollte zunächst nicht so richtig, letztendlich setzte sich dann doch eine schöne Brise durch und es konnten in den Flotten das jeweils letzte Rennen gesegelt werden. 2 Deutsche Teams belegten nocheinmal Platz 3 und 4. Insgesamt konnte aber keiner mit dem Ergebnis zufrieden sein: Platz 17 Team Briesenick-Pudenz/Massmann, Platz 19 Team Schadewaldt/Baumann, Platz 22 Team Heil/Plößel, Platz 24 Team Fricke/Huber und Platz 27 Team Ramm/Lewin. Es gibt zwar noch einiges zu tun, allerdings war die komplette Weltspitze vertreten und es fehlen nur Details, deswegen lag der Focus einiger Teams nicht auf dem Ergebnis sondern auf dem Ausmärzen schwacher Punkte; wo sonst als bei einem Testevent könnte man diese unter Wettkampfpraxis trainieren? Deshalb geht der Blick auch gelassen nach vorne, wir haben hier noch viele Tage Segeln vor uns!



22. November 2010. Zeit für Entspannung. Die letzten Tage haben an den Nerven gezehrt, deshalb ist es umso wichtiger sich davon zu erholen. Am Layday kam bei uns Urlaubsstimmung auf: frohen Mutes trafen wir uns am Vormittag mit der gesamten österreichischen Segelmannschaft zum gemeinsamen Ausflug zur nahegelegenen Rottnest Island. Trotz der Gedanken an haiverseuchte Gewässer, 6-7 Windstärken Freo Doctor und 15km Entfernung Richtung Indien scheuten wir nicht die Gefahren und machten uns mit 2 komplett vollgepackten Schlauchbooten auf den Weg. Bereits nach 10 Minuten waren wir alle komplett durchnässt, denn der starke Wind warf immer größere Wellen auf, und wir mussten verdammt aufpassen dass keiner von Bord fliegt. Zwischendrin wurden wir schon belohnt mit einem spontanen Zusammentreffen mit 2 Walen, die 5m von uns entfernt auf Nahrungssuche waren und aus dem Wasser sprangen. Nach 90 Minuten Fahrt kamen wir endlich an: türkises Wasser, Korallenriffe, weißer einsamer Sandstrand; schöner könnte sich der beste Urlaub nicht präsentieren! Nach 2 Stunden Schnorcheln und Angeln rissen wir uns wieder los und setzten zur Überfahrt an. In der rauen See mit 3m Wellen und dem kleinen Schlauchboot bekamen wir einen guten Eindruck davon, wie man als Weltumsegler zum Spielball der Elemente wird und waren froh endlich wieder auf festem Boden zu stehen.

 


 24. November 2010. Wieder auf dem Wasser, wieder einmal perfekte Segelbedingungen. So war unser Riecher gut, für heute den Fotoshooting-Termin anzusetzen. Der Fotograf war zwar weder Segel- noch Sportfotograf, dennoch denken wir dass etwas gutes herausgekommen ist, schließlich kann man bei diesem Wetter nicht viel falschmachen. Gegen Ende der Segelsession war der Wind wieder so stark dass Mensch und Material leiden mussten... Natürlich keine bleibenden Schäden, wäre ja auch viel zu schade, wir haben noch genug Segeltage vor uns!

 

Forführung der Tagesberichte

 

08.November 2010. Die zwei Tage, um den berüchtigten Jetlag abzubauen, haben wir auf ganz unterschiedliche Art genutzt. Die einen sind in der Nacht der Ankunft erstmal feiern gegangen und haben die Nacht durchgemacht, um am nächsten Abend schlafen zu können. Die nächsten haben sich abends immer brav ins Bett gelegt und morgens pünktlich den Wecker gestellt. Und die dritte Technik die angewandt wurde, war, sich abends mit Baldriantabletten und morgens mit reichlich Kaffee den neuen Tagesrhythmus einzubrennen.


09.November 2010. Das erste Mal. Die Boote werden zur ersten Trainingseinheit in down under ins Wasser gelassen. Es ist, wie wir finden, herrlich warm. Etwa 22°C Wassertemperatur und eine ebenso hohe Lufttemperatur lassen unsere Herzen höher schlagen. Doch jeder Einheimische sagt uns: „It’s bloody cold!“ Wir werden noch herausfinden, dass sie recht haben, denn an diesem ersten Tag weht uns auf dem Wasser nur ein leichter Wind entgegen. Nichts ist zu spüren von der angekündigten verheerenden Mächtigkeit des „Fremantle Doctor“.


11. November 2010. Es regnet - und das schon die ganze Nacht. Jetzt ist auch uns „bloody cold“. Aber was erwarten wir auch, mit nichts als Boardshorts, T-Shirt und Flip-Flops bekleidet im Hafen aufschlagen. Auf dem Wasser ist der Wind kräftiger, aber es ist immer noch kein thermischer sondern Gradientwind. Wir machen jeden Tag zwei Trainingseinheiten, eine individuell – nur die fünf deutschen Teams – und eine mit den Internationalen zusammen, um größere Trainingsrennen zu fahren. Am Abend sind alle ziemlich platt. Der lange Flug, das früh beginnende Training und der Verzicht auf bekannte Nahrungsmittel macht es uns schwer.


13. November 2010. Keine Wolke bedeckt den Himmel, als wir morgens um 9 Uhr in den Hafen kommen. Uns kommt es ungewöhnlich warm für diese Uhrzeit vor. Um kurz vor 11 beginnen wir das Training auf dem Wasser. Die Wind kommt ablandig, nimmt aber ab. Eine Stunde später geht es dann los: Erst kommen nur vereinzelt stärkere Böen von See her, doch gegen 13 Uhr hat sich der Doc endlich durchgesetzt und bläst nun mit beachtlichen 5 Windstärken. Es ist genial, das Wasser ist noch flach – in der kurzen Zeit konnten sich kaum Wellen bilden – für den 49er gibt es keine besseren Bedingungen. Wir schießen nur so übers Wasser. Unter den Booten kann man den Grund sehen, da wechselt sich heller Sand mit dunklen Seegrasgebieten ab und mit zunehmender Tiefe ändert sich die Wasserfarbe von hellem türkis in dunkles blau.


14. November 2010. Der erste freie Tag für uns. Beim Frühstück laufen die morgendlichen Nachrichten. Es fällt der Name „Rottnest Island“, das ist eine vorgelagerte Insel in unserem Segelrevier. Man sieht wie ein ausgewachsener weißer Hai einen toten Wal zerlegt. Aber das ist doch nur ein paar Seemeilen von unserem Trainingsrevier entfernt! Stille im Raum. Jedes der fünf Teams ist in den vergangenen Tagen schon gekentert oder neben dem Boot im Wasser gelegen. Doch wir stellen fest, dass ein gekenterter 49er mit seinem über acht Meter langen Mast und den großen Segeln doch eine beachtliche Silhouette haben muss, die auch einem solchen Meeresbewohner Respekt einflößen würde. Und da heute ohnehin nicht gesegelt wird, ist der Gedanke auch schnell wieder verflogen.

 

 

Teil 0, gut vorbereitet

 

Wie passen 5x 16“ in einen 40“ Container oder andersherum 5x 4,99m –so lang ist ein 49er- in eine 12,20m kurze Blechkiste ?


23.September 2010. Es geht los -  fünf Teams trafen sich im schönen, regnerischen Hamburg  um sich gemeinsam der Aufgabe zu stellen fünf 49er und ein Motorboot im 40 Fuß Container zu platzieren. Leichter gesagt als getan! Nach langen, tief wissenschaftlichen Diskussionen von Lehrern und Gelehrten , Trainer und Trainierten oder angehenden Betriebswissenschaftlern und Ingenieuren half nur eins: Ausprobieren. Schlussendlich waren drei Boote aufeinander gestapelt, eins seitlich angebracht und für das Fünfte  fand sich unter der Decke noch Platz.  Es hört sich nicht sehr kompliziert an, trotzdem hat es 5 Stunden für die ganze Aktion gebraucht. Beim Auspacken, das ist ziemlich sicher, wird die Sonne scheinen. In Australien.


Der ganze  Aufwand dient dazu  „den Doktor“ zu konsultieren. Der „Freemantle Doctor“ ist ein starker thermischer Wind vor Perth, Australien. Hier findet 2011 die 49er Weltmeisterschaft statt, die Ausscheidungsregatta für die Tickets zu den nächsten olympischen Spielen. Natürlich wird nur ein deutsches 49er Team dieses Ticket erringen können – doch wie Enid Blytons „Fünf Freunde“ lässt es sich gemeinsam viel besser und effektiver trainieren. Dafür nach Australien zu reisen ist schon ein grosser finanzieller und organisatorischer Aufwand, doch das Ziel ist gesetzt: Den Anschluss an die Weltspitze schaffen und in einem Jahr an gleicher Stelle die Qualifikation für Weymouth 2012 einfahren.


06.Oktober 2010. Fitnesstests. Nur wer körperliche absolut fit ist kann erfolgreich segeln. Also kommt vor dem australischen „Doctor“ erst einmal der deutsche Humanmediziner. Und der Fitnesstest beim Bundestrainer des deutschen Seglerverbandes.  Einige Konditions-, Ausdauer- und Krafttests zeigen Thomas Rein den Stand seines Teams.


17.10.2010. Starker bis stürmischer Ostwind in Kiel. Nochmal die herbstliche Ostsee „gerockt“. Die Sonne scheint – aber es hat nur 7°. Wenige Runden reichen um die Vorfreude auf den warmen indischen Ozean vor Perth. Nachteil: Es gibt Haie.


4. November 2010. Nach einer Woche Ruhepause, meist genutzt für einen Besuch bei den Eltern oder der Freundin, sind nun alle auf dem Weg nach Australien.


06.November 2010. Angekommen! Nach 23h Flugzeit lacht die australische Sonne. Der erste Weg führt gleich zum Zoll. Eine Geduldsprobe – und nach einem solchen langen Flug nicht einfach. Präzise wird jedes Teil mit der Anmeldung verglichen und aufgenommen. Aber gut geplant bedeutet hier Zeit gespart und damit kommt der Container auch schnell aus dem Zoll. Die Kiste und gut angekommen und nichts kaputt. Ein perfekter Start!

 


Im nächsten Blog berichtet das Team Heil/Plössel von den ersten Trainingseinheiten in warmen Wasser und unliebsamer Nähe zu gefräßigen Haien.

 

 

 

Nächste Termine

01.01.-01.01.2018 Alpenland Trophy (Chiemsee)
28.04.-29.04.2018 Skiffmana (Ammersee)
10.05.-13.05.2018 Traunseewoche (AUT - Traunsee)